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Biografie

Ich bin am 16.7.1971 in Berlin geboren und lebe seitdem in unserer schönen und aufregenden Stadt. Ich bin verheiratet und habe einen kleinen Sohn, der mir viel Freude bereitet. Nach dem Abitur 1990 habe ich von 1991 bis 1999 Rechtswissenschaften studiert und nicht abgeschlossen. 

1990 war ich Mitbegründer und Sprecher der Marxistischen Jugendvereinigung "Junge Linke", für die ich 1990 bei der Wahl zur 10. Volkskammer der DDR auch auf der Alternativen Jugendliste kandidiert habe. 1992 bis 2006 war ich Mitglied der Jungdemokraten - Junge Linke und dort zeitweise auch Bundesvorsitzender. 1996 bin ich in die PDS eingetreten, jetzt Partei DIE LINKE.

Von 2001 bis 2007 war ich Bezirksvorsitzender und bis 2011 war ich Mitglied im Bezirksvorstand der Partei DIE LINKE in Friedrichshain-Kreuzberg. Darüber hinaus habe ich mich in der Partei auf verschiedenen politischen Feldern engagiert, u.a. auch als Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft für Bildungspolitik der Partei DIE LINKE.

Ich bin Mitglied bei ver.di, der Humanistischen Union, der Helle Panke e.V und dem Humanistischen Verband Deutschlands (HVD). Bis 2014 habe ich die Funktion des stellvertretenden Präsidenten des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg ausgeübt und bin seitdem Mitglied des Präsidiums. In diesen Funktionen habe ich mich stets für Bürgerrechte und für ein vielfältiges, weltoffenes und tolerantes Berlin eigesetzt. Niemand soll wegen seiner Herkunft, seiner sozialen Stellung oder seines Lebensentwurfs diskriminiert werden!

Seit 1991 bin ich mit Unterbrechungen Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin: von 1991 bis 1995, von 1998 bis 2001, von 2002 bis 2006, von 2007 bis 2011 und wieder seit April 2013. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 18. September 2011 habe ich auf Platz 14 der Landesliste und direkt im Wahlkreis 5 - Friedrichshain Nordost kandidiert. Im Rahmen meiner parlamentarischen Tätigkeit habe ich mich in unterschiedliche Politikfelder eingearbeitet und verschiedene Bereiche abgedeckt.

Meine inhaltlichen Schwerpunkte im Abgeordnetenhaus waren in den ersten Legislaturperioden zunächst die Bürgerrechtspolitik und die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus. Bürgerrechte dürfen nicht falschen Sicherheitsversprechen geopfert werden. Der Respekt vor ihnen muss das Handeln von Politik und Verwaltung bestimmen. Rechtsextremismus und Rassismus müssen im Alltag wie auch in der Politik entschieden bekämpft werden. Ich will, dass Politik Initiativen gegen Rechts fördert, statt Engagement zu behindern. Alarmiert durch die hohe Zahl rechtextremer Übergriffe in meinem Kiez habe ich seinerzeit die "Initiative gegen Rechts" in Friedrichshain mit gegründet.

Als bildungspolitischer Sprecher der Linksfraktion von 2007 bis 2011 engagierte ich mich für einen grundlegenden Wandel in der Bildungspolitik mit dem Ziel einer guten Bildung für alle unabhängig vom Geldbeutel, der Herkunft und dem Bildungsstand der Eltern. Mit der Einführung der Gemeinschaftsschule und der Schulstrukturreform wurden unter Rot-Rot seinerzeit wichtige Schritte in diese Richtung unternommen, an denen ich mitwirken durfte.

Seit 2009 engagiere ich mich auch vor Ort gegen sozialräumliche Verdrängung in meinem Kiez und gegen Vorhaben, Miet- in Eigentumswohnungen umzuwandeln, wie etwa in der Frankfurter Allee.

Seitdem ich dem Berliner Abgeordnetenhaus wieder angehöre, bin ich Mitglied im Hauptausschuss und befasse mich schwerpunktmäßig mit der Berliner Liegenschafts- und vor allem der Haushaltspolitik. Ich bin der Auffassung, dass der Sparpolitik des Rot-Schwarzen Senats die politische und strategische Idee für unsere Stadt fehlt. Auch wird zum Teil am falschen Ende gespart wie bspw. beim überalterten Öffentlichen Dienst. 

Seit März 2014 bin ich der Parlamentarische Geschäftsführer meiner Fraktion. In dieser Funktion bin ich vor allem für die Organisation der parlamentarischen Arbeit der Linksfraktion zuständig. In diesem Kontext kümmere ich mich u.a. auch um die Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen im Abgeordnetenhaus. Darüber hinaus bin ich für die Mitarbeiter meiner Fraktion verantwortlich. Außerdem bin ich seit 2015 Mitglied des Aufsichtsrates des Liegenschaftsfonds Berlin.

Eine Politik für soziale Gerechtigkeit, Vielfalt und Integration, gegen Rechtsextremismus und Rassismus und für Bürgerrechte - dafür werde ich mich immer ganz besonders einsetzen!

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Im Folgenden können Sie nachlesen, wie ich den Herbst des Aufbruchs und der Demokratie 1989 erlebt habe:

Ich war 1989 achtzehn Jahre alt und lebte in Ostberlin. Spätestens nachdem im Sommer zehntausende Menschen aus der DDR geflohen waren, war deutlich geworden, dass es so nicht weiter gehen konnte. Im Herbst begann die DDR sich mit den großen Demonstrationen in Berlin und v.a. in Leipzig sehr grundlegend zu verändern. Spätestens nach dem Rücktritt Honeckers am 18. Oktober war klar, dass diese Veränderungen nicht mehr aufzuhalten waren. Überall fanden sich Menschen zusammen, um zu diskutieren, wie es weiter gehen sollte.

Offene Debatten, demokratischer Streit, selbstbewusstes Eintreten für die eigenen Überzeugungen, sich mit anderen Menschen zusammentun, die das Gleiche wollten - all das wurde überall gelernt, geübt und praktiziert - gerade auch von Jugendlichen. Und viele, so auch ich, machten die Erfahrung, dass man tatsächlich etwas bewirken, etwas mitentscheiden konnte. Das Engagement lohnte sich. Der Mauerfall selbst ging bei mir persönlich eher unter, weil ich mit anderen zusammen viel zu sehr damit beschäftigt war, mich in die rasend schnell ablaufenden Veränderungen einzumischen. Die große Demonstration am 4. November, an der mehr als eine Million Menschen teilnahmen (bei ca. 16 Millionen Einwohnern in der DDR), hat auf mich einen riesigen Eindruck gemacht.

Auch an unserer Schule stellte sich die Frage, wie Interessenvertretungen für Schülerinnen aufgebaut werden sollen. Wir haben darüber diskutiert, wie wir uns gerade als Jugendliche an den sich abzeichnenden demokratischen Wahlen zu einem Parlament beteiligen können. Mit der Erfahrung einer Diktatur alter Männer in der DDR diskutierten wir darüber, wie wir unsere Belange als Jugendliche selbst in die Hand nehmen können und wollten dies nicht unbedingt den Parteien, ob alten oder neuen, überlassen. So gründeten wir unsere eigenen Jugendorganisationen, um zusammen mehr bewirken zu können.