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PISA 2006: Kein Grund zur Euphorie

Steffen Zillich: Aufmerksamkeit für die Bildung zahlt sich aus

Der bildungspolitische Sprecher Steffen Zillich erklärt:

Mehr Aufmerksamkeit für die Bildung zahlt sich aus: PISA 2006 zeigt leichte Verbesserungen in der naturwissenschaftlichen Kompetenz. Zur Euphorie bieten die jüngsten Ergebnisse der Schulleistungsvergleichsstudie aber keinen Anlass.

Besonders bei der Lesekompetenz bleiben die 15jährigen Schüler auch sechs Jahre nach PISA I nur durchschnittlich. Während Schüler noch am Ende der 4. Klasse im internationalen Vergleich deutlich bessere Ergebnisse erzielen (IGLU-Studie), geht dieser Vorteil in der weiter führenden Schule verloren. Für uns wird hier einmal mehr deutlich: Die Aufteilung der Schüler in verschiedene Schularten fördert nicht den Kompetenzzuwachs, sondern schadet ihm.

Beschämend ist dass hierzulande mehr als anderswo der Bildungserfolg vom Geldbeutel und Bildungsgrad der Eltern abhängt. Eklatant ist die doppelte Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund. Die rot-rote Koalition geht mit dem Einstieg in die Gemeinschaftsschule den richtigen Weg. Längeres gemeinsames Lernen ist der Schlüssel zu mehr Chancengleichheit im Bildungswesen und individuellem Fördern und Fordern.

Die von CDU-Bildungsministern aktuell ausgemachten Verbesserungen beim Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungschancen sind wissenschaftlich nicht haltbar, da vom deutschen PISA-Konsortium erstmals ein Sozialindex gewählt wurde, der anerkannt ungenauer ist. Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier Schönfärberei betrieben wird, um sich aus der überfälligen Debatte um die Schulstruktur davon zu stehlen. Es wäre wünschenswert, wenn Berlins Bildungssenator Zöllner in diesem Streit um die Aussagekraft der PISA-Ergebnisse Position beziehen würde.


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